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Die Entwicklung des Kreditwesens in Griechenland

Fahne GriechenlandIn der Blütezeit Griechenlands entwickelte sich vor allem in Athen ein sehr fortschrittliches Geldwesen. So begründeten sogenannte Geldwechsler in Athens Hafen Piräus eine primitive Form des Devisenhandels. Sie schätzten den Wert fremder Währungen ab und tauschten sie in griechische Drachmen um.

Auch eine einfache Form des Kreditwesens wurde in Piräus entwickelt. Ironischerweise waren es die Sklaven, die anfingen gegen Zinsen Geld zu verleihen. Freigelassene Sklaven hatten damals den gleichen rechtlichen Status wie „Metöken“, Fremde, die sich in der Stadt niedergelassen hatten. Sie durften weder Grund erwerben, noch in der Landwirtschaft tätig sein. So kam es, dass ein Sklave namens Pasion im 3. Jahrhundert v.Chr. sein halbes Leben lang bei einem Geldwechsler arbeitete, bevor er von eben diesem mit der Freiheit beschenkt wurde und gleichzeitig seine Geldwechselgeschäfte übernahm. Er verlegte sein Geschäft in den Hafen von Piräus, wo er Depositen verwahrte und sie auch nach Vereinbarung weiterinvestierte. Mit seinen Schuldnern vereinbarte er Zinsen in Höhe von 10 bis 12 Prozent. Viele Experten sehen in ihm den ersten Bankier der Welt. Als der ehemalige Sklave 370 v.Chr. verstarb, war er einer der reichsten Bürger Athens.