19. September 2006
Vorsicht beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung
Verbraucherschützer der Stiftung Warentest untersuchten 55 Policen für Männer und Frauen, und teilten am Dienstag das ernüchternde Ergebnis mit. Vor dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung sollte man die Angebote genau vergleichen, um im Alter bestmöglich abgesichert zu sein.
Eine private Rentenversicherung scheint aufgrund des staatlichen Rentensystems in Deutschland eine gute Investition zu sein. Ein Vergleich der Policen ist jedoch unerlässlich, wie Stiftung Warentest und Finanztest jetzt feststellten.
Die Differenzen sind enorm. Bei einem monatlichen Anlagebetrag von 100 Euro, gerechnet auf 30 Jahre, können beispielsweise monatliche Rentenbeträge von 240 bis 360 Euro herauskommen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass bei dem Vergleich schwache, als auch sehr gute Angebote dabei waren.
Von 55 getesteten Policen erreichten lediglich 5 die Bestnote. Ganz vorne konnten sich die Anbieter CosmosDirekt, Interrisk, WGV, Debeka und Europa behaupten. Lediglich ausreichend wurden dagegen die Anbieter Victoria, Aachen-Münchener, BBV und Inter bewertet.
Eine private Rentenversicherung ist zudem nicht immer sinnvoll. Kommt der Verbraucher beispielsweise mit den monatlichen Raten nicht nach, kann die Versicherungspolice schnell sehr teuer werden. Wer jedoch ein gesichertes Einkommen, und bestenfalls schon mit anderen Mitteln für das Alter vorgesorgt hat, kann aus Sicht der Verbraucherschützer eine private Rentenversicherung in Erwägung ziehen. Insbesondere bei einem hohen Alterseinkommen zeigt sich der steuerliche Vorteil solcher Policen. Da im Rentenalter nur ein kleiner Teil der Auszahlungssumme versteuert werden muss, bietet die private Rentenversicherung eine Sicherheit bis ins hohe Alter.
Ob diese Art der Versicherung überhaupt zweckmäßig ist, muss man selbst entscheiden. Denn wer nicht alt wird, bekommt auch nichts, sondern bezahlt wahrscheinlich die Provision der Verkäufer.